live_20090604_0301.jpgDonnerstag, 04. Juni 2009, 18 Uhr. Es ist an der Zeit sich in die verflucht heiße Karre zu setzen, das Gaspedal durchzurotzen und einen wichtigen Termin nachzuholen. Welchen?
MACHINE HEAD natürlich! Im Zuge der SLIPKNOT Tour, unter anderem auch mit CHILDREN OF BODOM, war es den Oaklandern leider nicht möglich, in der ROCKHAL in Luxemburg (Esch-sur-Alzette) mitzurocken. Sicherlich ärgerlich, denn somit fiel ein gewaltiges Kaliber aus.
Doch den Amis war es, ROCKHAL sei Dank, möglich,  einen Nachholtermin für die Fans zu organisieren und Luxemburg zu stürmen. Seit einem guten Jahr war es also endlich an der Zeit, daß MACHINE FUCKING HEAD wieder eine Headlinershow bestreiten konnten, während sie doch gerade in der letzten Zeit im Vorprogramm von METALLICA auf Tour waren.
Für das buntgemischte Publikum aus Luxemburgern, Deutschen und Franzosen sollte es ein ganz besonderer Abend mit ihren Helden werden, denn die Jungs haben sich selbst auf diesen Termin gefreut und eine besondere Setlist zusammengebastelt mit unter anderem Songs die eher selten, oder noch gar nicht Live, gespielt wurden.
Allein ist man aber auch selten bei einer solchen Show und so gab es zwei Support Acts im Programm: MY CITY BURNING und CALIBAN durften ebenfalls die Bretter der Main Hall besteigen und das Publikum einheizen.

Endlich in Esch-sur-Alzette angekommen enterten Brix und ich auch sofort voller Vorfreude das große Gebäude der ROCKHAL. Für mich persönlich war es an diesem Abend eine Premiere, denn bisher hatte ich keine Gelegenheit die Main Hall der Luxemburger zu bewundern sondern „lediglich“ den Club, welcher allerdings auch schon ein zahlreiches Publikum fassen kann. Im Vorfeld hatten wir uns noch mit dem werten Herrn Roscheck, seines Zeichens Marketing und PR Supervisor der ROCKHAL, getroffen. So wurde uns auch einmal richtig die Location gezeigt und ein paar Background Infos gegeben, was durchaus mal interessant zu hören war. So wurde uns beispielsweise zugetragen, dass sich die Luxemburger eine neue Anlage gegönnt haben, welche gerade an diesem Abend in Form von MACHINE HEAD eingeweiht werden sollte. Das ganze traf sich auch recht gut, da die Oaklander im Zuge der METALLICA Tour selbstverständlich kein eigenes Soundequipment mit hatten. Brix und ich freuten und also immer mehr auf die anstehende Show und wie der neue Sound so sein würde.

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Kurz darauf wurde auch durch die Holländer-Fraktion MY CITY BURNING bereits der Startschuss gegeben. Startschuss trifft es auch eigentlich recht gut, denn die sofort einsetzende Double-Bass hämmerte erst einmal auf die Brust. Mein lieber Herr Gesangsverein was ist denn da bitte für eine Power hinter der Anlage? Sehr feine Sache. Da kam eine musikalisch sehr thrashig und gleichzeitig hardcorelastige Band doch gleich richtig um einmal ordentlich Feuer auf die Anlage zu bringen. Wirklich gut bestückt war die Main Hall in Sachen Publikum leider noch nicht. Aber ein paar Reihen haben ihr Lager doch in der Front der Bühne aufgeschlagen um sich von den Jungs aus Amsterdam den Arsch versohlen zu lassen. Eine energiegeladene Show, die die Niederländer hier abgeliefert haben. An sich gab es absolut Null zu meckern. Man hat gemerkt, dass MY CITY BURNING sichtlich Spaß an diesem Gig hatten. Der Bassist hat oftmals das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen und war an Aktivität auf der Bühne vom Rest der Band nicht zu toppen. Dafür dass die Truppe auch nur eine Gitarre hat, wurde ordentlich Druck gemacht. Geniale Melodielinien durften aus den Boxen der großen Anlage in den Gehörgang der Fans strömen. Natürlich muss man auch dazu sagen, dass das musikalische Rad von MY CITY BURNING selbstverständlich nicht neu erfunden wurde, aber dennoch wurde eine druckvolle Show abgeliefert. Daumen hoch. Die Stimmung des immer zahlreicher werdenden Publikums war eigentlich durchaus akzeptabel nur an der Bewegung mangelte es noch ein wenig. Gegen Ende ließen sich ein paar Leute doch zu einem kleinen Pit animieren, doch dieser fiel wirklich winzig aus.

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Nachdem ein schönes Kaliber vorgelegt wurde, durfte man sich nun auf die Deutschen Metalcoreler von CALIBAN freuen. Diese tummeln sich schon eine geraume Zeit bei so manch großen Bands im Vorprogramm. Zuletzt gesehen hab ich die Jungs im Vorprogramm von KREATOR und auch auf dem Rock Area Festival im letzten Jahr waren sie zu Gast. Die Rockhal war mittlerweile schon recht gut befüllt und auch die Stimmung wurde noch um einen vielfachen Faktor angehoben. Bereits als Schlagzeuger Patrick Grün die Bühne betrat brach die Meute in Jubel aus. Das ist doch mal ein guter Empfang im Ausland oder?
Musikalisch wurde von dem Fünfer dann auch direkt losgerumpelt. Aber eine enorme Bewegung wollte irgendwie nicht wirklich aufkommen. Ein kleiner Circle Pit bildete sich, aber auch dieser war ziemlich winzig. Es schien einfach kein Publikum für so was zu sein. Durchaus einmal eine feine Sache. Kein Karate-Studio in der Front. Keine wild umher fliegenden Körperteile und die Kung-Fu Action wurde scheinbar ganz zu Hause gelassen. Aus meiner Perspektive kann es dafür nur einen Daumen nach oben geben. Für CALIBAN war das Genießerpublikum wahrscheinlich ein wenig ungewohnt und so versuchte Sänger Andreas Dörner die Meute immer und immer wieder zu animieren. Aber beschweren können sich die Jungs aus dem Ruhrgebiet sicherlich nicht, denn Stimmung war sichtbar vorhanden. CALIBAN legten eine routinierte Show ab und man merkt den Jungs mittlerweile wirklich an, dass sie schon lange Zeit auf der Bühne stehen.
Allerdings hab ich jedes Mal wenn ich sie sehe das Gefühl, dass die ersten Songs nie wirklich das gelbe vom Ei sind und die Herren im Laufe des Gigs erst warm werden und dann auch eine deutlich bessere Performance abliefern. Diesmal war es zwar nicht ganz so extrem wie im Vorprogramm von KREATOR, aber dennoch zu merken meines Erachtens nach. Anfänglich habe ich mir beispielsweise einfach nur gewünscht, dass doch bitte jemand dem Gitarristen das verfluchte Mikro wegnimmt. Der zunächst dargebotene cleane Gesang fand ich richtig übel, was sich allerdings, wie alles andere im Laufe des Gigs, besserte. Aber einige Patzer waren auch dann noch gegeben. Ein solider Gig, dessen Höhepunkt sicherlich ein neuer Song des im August erscheinenden Albums war. „24 Years“ hieß der Track und war ziemlich das heftigste was sie an diesem Abend von sich gegeben haben. Spätestens nach diesem Song kann man auf das neue Album hoffen. Wenn dieses stilistisch wie „24 Years“ ist, werden ordentlich Ärsche getreten.

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Dann war es endlich an der Zeit! An der Zeit für die wahren Helden des Abends! Irgendwie war der 04. Juni anscheinend ein Tag der Premieren. Nicht nur dass ich das erste mal die Main Hall betreten habe, dass diese auch noch mit einer neuen Anlage auftrumpfen konnte, nein ich muss auch gestehen, dass ich das erste Mal MACHINE HEAD Live sehen durfte. Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt war meine Euphorie im Vorfeld schon sehr groß und ich brachte einiges an Erwartungen mit.
Was soll ich zu diesem Gig großartig sagen? Einfach Fantastisch!!! Bereits bei dem anlaufenden Intro kocht die Stimmung in der Halle schon gewaltig. Meine Güte, wie sehr ich so lange Intros doch hasse!!! Bei mir kocht langsam auch schon alles über und ich kann es einfach nicht mehr erwarten, dass die Herren endlich die Bretter besteigen und losrocken. Dann endlich, nach gefühlten Stunden des Intros kommt die Erlösung und die Oaklander besteigen die Bühne:
Bis zu den ersten Klängen war ich ja schon gänzlich von der neuen Anlage überzeugt, aber bei MACHINE HEAD wurde wohl noch das letzte herausgekitzelt. Was ein Glück, dass das Set gleich mit dem druckvollen „Imperium“ begann. Bereits bei den ersten Anschlägen der Gitarrensaiten erreicht die Stimmung ihren absoluten Höhepunkt und das sollte für die nächsten 90 Minuten so bleiben. Aber bei einem solchen Übersong am Anfang einer Setlist ist es verständlich, dass die Meute völlig außer sich ist. Die geilen typischen MACHINE HEAD Riffs, das druckvolle Drumming, der dazugehörige perfekte Sound. Es scheint einfach alles zu stimmen an diesem Abend. Sogleich ist auch deutlich mehr Bewegung im Publikum zu verzeichnen. Es ist vollkommen klar für wen die Leute hier sind, wer die absoluten Helden des Abends sind. Genauso werden sie auch gefeiert, genauso haben sie es auch verdient!
Ich muss auch sogleich noch erwähnen, dass die Jungs so was von enorm sympathisch sind. Zig 1000 Mal bedankt sich Frontmann Robert Flynn im Laufe des Gigs bei dem Publikum und man merkt ihnen einfach an, dass sie einen riesigen Spaß dabei haben. Für den zweiten Song sprang man gleich ein gutes Stück in die Vergangenheit und so wurde einem „Ten Ton Hammer“ von dem 97er Album um dir Ohren gebratzt.
Eine schöne Setlist haben die Oaklander aufgestellt und so fanden einige Schmankerl ihren Einzug in diese. Beispielsweise der Bonus Track „Seasons Wither“ oder das bisher noch nie Live gespielte „Blood Of The Zodiac“.
Für richtig alteingesessenen MACHINE HEAD FANS muss die Setlist einfach gigantisch gewesen sein. Die Discographie wurde zur Genüge berücksichtigt und sogar verhältnismäßig wenig von dem neuesten Output „The Blackening“ gespielt. Für Leute die sich bisher noch nicht extrem mit den begnadeten Musikern beschäftigt haben und nur die letzte Scheibe intensiv kennen fehlten dementsprechend Killersongs wie „Beautiful Mourning“, „Aesthetics Of Hate“, „Now I Lay Thee Down“ oder „Slanderous“. Aber allein mit „Halo“ konnten diejenigen vor der Zugabe noch ordentlich beglückt werden.

Ein absolut geniales Erlebnis, das sich an diesem Abend darbot. In diesem Sinne kann man sich bei der Rockhal nur für diesen Abend bedanken, an dem alles reibungslos verlief, die neue Anlage ein Hochgenuss darstellte und den MACHINE HEAD Fans die Möglichkeit geboten wurde den Ausfall der Slipknot Tour nachzuholen. Vielen Dank! (Sebastian)

So, nachdem Seb eigentlich schon hinreichend berichtet hat, muss ich ob dieses denkwürdigen Gigs auch noch ein paar Zeilen schreiben.

MACHINE HEAD haben einmal mehr bewiesen, daß sie vor allem live im Stande sind, jeden Bau abzureißen und haben an diesem Abend mehr als überzeugt. Von der ungewöhnlichen Setlist über große und sympathische Spielfreude hat alles gepasst. Dementsprechend gut war auch die Stimmung in der ROCKHAL (auch von mir noch ein dickes "Dankeschön" an Thomas!)
Und das fies-langsam gespielte Ende von "Davidian" war an Heaviness und Brachialität nicht zu überbieten - einfach nur geil!

ABER: T-Shirts ab 30 Tacken aufwärts anzubieten, schießt in meinen Augen mehr als über das Ziel hinaus! Somit waren die (zugegebenermaßen schicken) Hemdchen fast so teuer wie das Ticket..geht´s noch? Das trübt dann schon ein bisschen den guten Eindruck... (Brix)

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Setlist:

1.Imperium
2.Ten Ton Hammer
3.Unleash the Wolves
4.None but my own
5.The Declaration/Bulldozer
6.The Burning Red
7.Seasons wither
8.Blood of the Zodiac (1.Mal live gespielt!)
9.Halo
10.Struck a nerve
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11.Descend the Shades of Night
12.Davidian

 

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