live 20140212 0300 icedearthWer mich kennt, der weiß, daß ich gerne mal zum bekloppt sein neige. Und weil ich so bekloppt bin, sehe ich mir meine Lieblingsbands, wenn sie auf unterwegs sind, auch gerne mehr als einmal auf der laufenden Tour an. Und weil ich ICED EARTH gerne mag, mach ich das bei denen auch. Gut, dazu kommt, daß das Konzert in Saarbrücken der Tourauftakt war und ich sie dort eher lahm fand; auch die Setlist dort hat mir nicht zu 100 % zugesagt. Also mache ich mich, mehr als einen Monat nach dem Tourauftakt, auf den Weg nach Köln in die Essigfabrik, um mir das ganze Paket noch einmal anzusehen.

ELM STREET
Den Auftakt machen auch hier wieder ELM STREET aus Australien. In Saarbrücken waren die ziemlich langweilig und auch in Köln holzen sie relativ wenig aufregend durch ihr Set und stellen die immer gleichen Posen zur Schau. So gleich, daß wir Fotografen schon nach dem ersten Song den Graben verlassen, denn es gibt einfach nichts neues zu sehen, was man noch fotografieren könnte. Die einzigen, die sich wirklich reinhängen sind Drummer Tomislav Perkovic,  der wirklich alles gibt und Sänger Ben Baitres, der immer wieder versucht, das Publikum zu motivieren. Zunächst jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Denn von den Zuschauern sieht man allenfalls ein leichtes, anerkennendes Kopfnicken. Die Band spielt derweil weiter, ohne Punkt und Komma, es ist kaum auszumachen, wann ein Song endet und der nächste beginnt. Erst zu „Elm St's Children“ werden wir dann mal mit einer Ansage belohnt. Mittlerweile ist das Publikum etwas mehr aufgetaut und die Reaktionen sind deutlicher. Trotzdem – ELM STREET bieten im Grunde nur das immer gleiche Gedudel, die immer gleichen Gitarrenläufe, das immer gleiche Posing. Sorry Leute, aber spätestens nach 3 Songs ist das einfach langweilig. Aber immerhin hatte der Sänger dieses Mal nicht seine Titten aus dem Shirt hängen.

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WARBRINGER
WARBRINGER sind da schon ein ganz anderes Kaliber. Die Thrasher aus den USA geben sich minmalistisch, machen aber von Anfang an mehr Stimmung als ELM STREET. Sie sind auch auf der Bühne viel agiler als die Australier, insbesondere Sänger John Kevill und Gitarrist John Laux stehen nicht eine Sekunde still. Dazu kommt die Band bei den Kölnern sehr gut an. Einen Circle Pit, wie John Kevill ihn mehrmals fordert, gibt es jedoch nicht. Erst beim vorletzten Song „Towers Of The Serpent“ gibt es einen kleinen putzigen Mini-Circle Pit. Stimmung ist trotzdem jede Menge. Auch wenn der Mann am Mikro eigentlich permantent so aussieht, als müsse er sich gleich übergeben und genauso permanent die Bühne vollrotzt (beim nächsten Mal werf ich dem Knilch ein Päckchen Tempos rauf. Is ja ekelhaft). Und daß er nicht nur so aussieht als ob, das bestätigt uns später ICED EARTH-Fronter Stu Block: „Wußtet ihr, daß der Sänger von WARBRINGER jedes Mal, wenn er von der Bühne geht, kotzt?“. Nein. Wußten wir nicht. Glauben wir dir aber sofort. Dafür sind WARBRINGER aber unglaublich fannah, lassen sich sofort nach dem Auftritt, teilweise noch während dem Abbau, mit den Fans fotografieren und stehen auch später noch stundenlang am Merch rum, um sich mit den Fans zu unterhalten. Davon können sich andere Bands noch eine Scheibe abschneiden.

Setlist WARBRINGER:
Scars Remain
Iron City
Severed Reality
Living Weapon
The Turning Of The Gears
Total War
Living In A Whirlwind
Towers Of The Serpent
Hunter-Seeker

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ICED EARTH
Bei ICED EARTH gibt es zunächst wenig Änderungen in der Setlist. Wie auf der ganzen Tour beginnt man den Auftritt mit „Plagues Of Babylon“, dem Opener und Titelsong der neuen Scheibe, der sich mit seinem Intro natürlich perfekt als erster Song eignet. Wie auf dem Album, so folgt auch live „Democide“. Erfreulicherweise gibt es mit „V“ dieses Mal, im Gegensatz zu Saarbrücken, einen zweiten Song vom letzten Album „Dystopia“. Meiner Meinung nach immer noch zu wenig, aber was soll's. Wer sich im Netz etwas über die Setlist informiert hat, dem wird aufgefallen sein, daß diese zwar in großen Teilen immer gleich ist, es aber immer wieder den ein oder anderen Song gibt, der auf anderen Konzerten nicht gespielt wird. Hier ist es „The Hunter“, was das Publikum mit purer Begeisterung quittiert. Dafür fehlt hier aber der „Peacemaker“, was ich doch etwas schade finde, denn er gehört zu den besseren Songs auf „Plagues Of Babylon“. Gefolgt wird „The Hunter“ von „Among The Living Dead“, das live noch deutlich besser rüber kommt als auf Platte. Bei der Ansage läßt Sänger Stu Block durchblicken, daß Bandkumpel Hansi Kürsch wohl noch auf einem der folgenden Konzerte bei diesem Song mit ihnen auf der Bühne stehen wird. Am Ende ist es Bochum geworden und nicht Köln. Schade. Aber als Ruhrpottler wäre das Anlaß zum pokern gewesen und würde ich im Pott wohnen wäre ich auf Verdacht auch noch nach Bochum gefahren um das auch live zu erleben. Doch zurück zum Konzert in Köln. „Red Baron/Blue Max“ gehört nun ganz sicher nicht zu meinen Lieblings-ICED EARTH-Songs, aber insbesondere die Performance, die Stu Block hier abliefert, ist allererste Sahne. Mit „Blessed Are You“ kommt nun allerdings ein weiterer ruhiger Song. Und überhaupt sind mir in der Setlist zu viele eher ruhige Songs, auch wenn man sich bei manchen vielleicht streiten kann, ob die noch unter ruhig fallen. Wie auch immer, mit „My Own Savior“ und „A Question Of Heaven“ gibt es zum Ausklang nochmal zwei ältere Songs und insbesondere der letztere wird begeistert mitgesungen. ICED EARTH lassen dann relativ lange auf sich warten, bevor sie wieder auf die Bühne zurückkehren. Dafür gibt es in der Zugabe dann aber gleich vier Songs. Neben „Dystopia“, das wohl auf allen Konzerten zum Einsatz kam auch „Watching Over Me“ (die Amerikaner werden es wohl nicht wagen, einen Auftritt ohne diesen Song hinzulegen) und das obligatorische, jeden Auftritt der Band abschließende „Iced Earth“. Besonders gefreut hat man sich jedoch über den ersten Song der Zugabe, nämlich „The Coming Curse“. Sehr genial. Warum allerdings der Sound bei „Dystopia“ auf einmal absolut grottig war, das muß man jetzt nicht verstehen. Mit dem „Highwayman“ aus der Dose wird das Publikum dann in die Nacht verabschiedet und eigentlich ist der Auftritt mal wieder viel zu kurz gewesen. Insgesamt muß ich aber sagen, hat mir der Auftritt in Köln deutlich besser gefallen als der in Saarbrücken. Vielleicht war in Saarbrücken das Problem, daß es das erste Konzert der Tour war, daß man sich erst noch einspielen mußte. Und dazu kam, daß in Köln mit sechs Songs der neuen Platte einer weniger gespielt wurde als in Saarbrücken (wobei ich statt „Cthulhu“ lieber den „Peacemaker“ gehört hätte, aber sei's drum). Insgesamt hat man ein paar Songs mit mehr Wums eingepackt und das war auch gut so. So konnte das Publikum doch mehr abgehen.

Setlist ICED EARTH:
Plagues Of Babylon
Democide
V
If I Could See You
The Hunter
Among The Living Dead
Burning Times
Red Baron/Blue Max
Blessed Are You
Vengeance Is Mine
Cthulhu
My Own Savior
The End?
A Question Of Heaven
--------------------------
The Coming Curse
Dystopia
Watching Over Me
Iced Earth

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Allerdings war das Publikum zum Teil schon arg seltsam. Z.B. der Typ vor mir in der ersten Reihe, der zwar alle Songs mitsingt, aber der Band fast permanent den Rücken zudreht und ins Publikum stiert. Gruselig. Die Preise für das ICED EARTH-Merch variierten zwischen günstig und zu teuer. Ich zahle ganz sicher keine 25 € für ein (Tour-)T-Shirt. Dafür gab es aber auch T-Shirts mit lustigen/dämlichen Sprüchen für 10 €. Und immer noch die Vinyl-EP, die es ursprünglich nur auf der Tour mit VOLBEAT geben sollte. Scheint also nicht so gefragt zu sein, das Teil. Alles in allem war es aber ein sehr genialer, unterhaltsamer Abend, bei dem man nur ELM STREET nicht wirklich gebraucht hätte. (Anne)

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