devilskin beliketheriverMit Bands aus Australien hat man als Musikredakteur häufiger zu tun, mit Bands von der Nachbarinsel Neuseeland hingegen eher selten. Von daher kann ich auch nicht genau sagen, wie es um die dortige Szene aussieht, es ist aber schon erstaunlich bis verwunderlich, dass eine Band wie DEVILSKIN mit ihrem 2014er Debütalbum „We Rise“ sogleich die Pole Position der nationalen Charts erreichen konnte ohne überhaupt ein Label im Hintergrund zu haben.

Für den deutschen Raum sieht das Ganze inzwischen etwas anders aus, da sind DEVILSKIN Newcomer, haben aber auch inzwischen einen Vertrag beim Hamburger Label Rodeostar einheimsen können, die das bereits erwähnte Debüt Anfang des Jahres offiziell herausbrachten und nun steht mit „Be Like The River“ bereits der Nachfolger unruhig in der Startaufstellung.

Aufmerksam geworden bin ich auf DEVILSKIN vor allem deshalb, weil die Band nächstes Jahr in Australien HALESTORM supporten wird und auch die Biografie liest sich nicht ganz uninteressant, schließlich bedienen hier mit Paul und Nic Martin Vater und Sohn Bass und Schlagzeug, da könnte man dann fast vergessen, dass DEVILSKIN mit Jennie Skulander eine Powerfrau an der Gesangsfront haben, die eine Stimme besitzt, die mit dem Wörtchen kraftvoll bestens umschrieben ist.

Von daher sind HALESTORM als Referenzband sicherlich kein Fingerzeig in die verkehrte Richtung, auch DISTURBED und BENEDICTUM scheinen passend zu sein, das hier ist moderne Rockmusik mit Eiern, alleine schon der Anblick der beiden Bandmitglieder Nail und Paul im Booklet mit den kahl geschorenen Köpfen und den langen, in rot gefärbten, Bärten, verkörpert eine gewisse bösartige Authentizität.

Soweit haben DEVILSKIN also definitiv eine Daseinsberechtigung, die noch deutlicher wird, wenn man sich eingehender mit dem Songmaterial des Zweitwerks „Be Like The River“ auseinander setzt, auf dem Abwechslung zwar nicht groß, zum Glück aber auch nicht klein geschrieben wird. Die meisten der elf regulären Songs gehen eindeutig in die Heavy Rock Richtung, die Band legt dabei das Augenmerk auf düstere Riffs, den prägenden Gesang von Jennie sowie angenehme Melodien, die nie zu catchy ausfallen, was ein Hauptunterschied zu HALESTORM darstellt.

Mag „Be Like The River“ beim ersten Kontakt deshalb noch etwas gleichförmig und unspektakulär wirken, verstärkt sich mit der Dauer der Zeit der Eindruck, dass wir es hier mit einem Album zu tun haben, dem man als Rock und Metalfan getrost Aufmerksamkeit schenken darf und sollte. Die Band beherrscht auch das, was man gerne so lapidar als Songwriting bezeichnet, die besten Beispiele finden sich ganz am Ende mit „Animals“ und „Limbs“, Anspieltipps wären eher das Riffmonster „House 13“, das melodische „Voices“, das bitterböse „F.Y.I.“ oder ganz am Anfang der Opener „In Black“, der einem quasi ohne Vorwarnung den ersten Nackenschlag verpasst, weil nach circa 0,1 Sekunden bereits der Gesang einsetzt, damit führt man das übliche warm werden in Form eines Intros ad absurdum.

Da auch der Sound von „Be Like The River“ passt, kann ich hinter alle wichtigen Aspekte der Qualitätsprüfung einen Haken machen, ein wenig schade ist, dass die einzige ruhige Nummer, „Closer“, offiziell nur als Bonustrack drauf gepackt wurde, das verstehe mal wieder, wer will.
Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, weil man so etwas gerne allzu schnell formuliert, aber diese Band, DEVILSKIN, kann eine große Zukunft haben. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20168,5 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 50:00 min
Label: Rodeostar/Soulfood
Veröffentlichungstermin: 11.11.2016

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