Wumpscut BlutspukerTavernEs gibt wohl kaum ein Projekt, das mit :WUMPSCUT: in irgendeiner Form vergleichbar wäre. Schon seit 1991 gilt dieses mit als Inbegriff finsterer, elektronischer Musik, was sich durch die kompletten Neunziger Jahre zog. Dies äußerte sich in einem uneingeschränkten Kultstatus von Alben wie „Music For A Slaughtering Tribe“ (1993), „Bunkertor 7“ (1995) oder auch „Embyodead“ (1997), die nach wie vor als einzigartige Bereicherung der Szene anerkannt werden. Dennoch ist :WUMPSCUT: immer im Untergrund verblieben und produziert regelmäßig neue Alben, die nur leider schon lange nicht mehr die alte Größe seines Schaffens reproduzieren können. Das nun 17. (!) Album „BlutSpuker Tavern“ ist jedoch trotzdem nicht zu verachten.

Zu den meiner Ansicht nach wichtigsten und eindrucksvollsten Werken von :WUMPSCUT: gehören ohne Frage die experimentellen, puristischen Industrial Tracks, die auf „Preferential Tribe“ (2003) für die zum Schneiden dichte Atmosphäre verantwortlich sind. Die einmalige, beklemmende Stimmung wurde nicht nur durch unheilvolle Loops, sondern auch durch eine unkonventionelle, minimalistische Melodik mit äußerst bitterem Nachgeschmack und zahlreichen, perfekt gesetzten Samples unterstrichen. Dementsprechend wenig angetan war ich lange Zeit von den aktuelleren Alben, die allenfalls durch wenige fesselnde Track brillieren konnten.
„BlutSpucker Tavern“ ist vom Melodischen her sehr gut gelungen, denn die typischen, nostalgischen Harmonien und die minimale Ausgestaltung der Arrangements verleihen dem Album eine sehr gefällige, authentische Note. Auch die Rhythmen sind weniger diffus, sondern stampfen ordentlich voran, was immer eine Stärke von :WUMPSCUT: war und Erinnerungen an die Zeiten von „Boeses Junges Fleisch“ (1999) wecken.
Etwas weniger gelungen sind die teilweise zu langen, zu eindeutigen und zu deplatzierten Samples, welche dem üblichen Themenfundus der Menschenfeindlichkeit entliehen sind. Leider fungieren die Samples, anders als früher, nicht mehr wirklich als Salz in der Suppe. Zumal die gesungenen Texte -von einigen Ausnahmen abgesehen- wirklich als gelungen betrachtet werden können.

Insgesamt ist „BlutSpuker Tavern“ ein Album, das man sich als Fan sowieso, als Interessierter prinzipiell aber durchaus auch, zulegen kann. Die Musik ist absolut genießbar, erreicht die Größe alter Werke jedoch nicht. Allerdings geht die Qualität wesentlich deutlicher in eine wünschenswerte Richtung als die Vorgängeralben. Bleibt zu hoffen, dass diese Orientierung beibehalten wird. Man darf auf das Album im kommenden Jahr gespannt sein. (Jannick)

 

Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 43:22 min
Label: Beton Kopf Media
Veröffentlichungstermin: 03.04.2015

 

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